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08.11.2011 18:40

Was für Gemeindeleiter wichtig ist: Liebe, Versöhnung, Erneuerung und Mission

Dieter Messner gibt nach 20 Jahren das Ehrenamt als Weltlicher Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal ab


Dieter Messner war 20 Jahre ehrenamtlich Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.

K o r n t a l / 08. November 2011 – Wer in einer Leitungsverantwortung einer christlichen Gemeinde oder eines christlichen Werkes steht, sollte drei Dinge beherzigen: Er sollte seine Gemeinde lieben und mit ihr versöhnt sein, um Enttäuschungen besser verarbeiten zu können. Um sie am Puls der Zeit zu halten ist darüber hinaus eine ständige Erneuerung wichtig. Schließlich sollte eine Gemeinde, um dem Auftrag Christi an sie gerecht zu werden, Mission treiben. Dieser Überzeugung ist der ehemalige Weltliche Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, Dieter Messner (64). Der Korntaler Notar war 20 Jahre lang ehrenamtlicher Vorsteher der rechtlich selbstständigen Gemeinde mit über 1.400 Mitgliedern, zu der mehrere diakonische Einrichtungen sowie Wirtschaftsbetriebe mit über 500 Angestellten gehören. Am 6. November übergab er das Amt an Klaus Andersen (53). Der Abteilungsleiter einer Bank ist seit 2002 Mitglied des Brüdergemeinderates und wird wie sein Vorgänger ehrenamtlich arbeiten.

In Anspielung auf ein Zitat von Heinrich Christian Rust sagte Dieter Messner bei seiner Verabschiedung aus dem Amt: „Die Liebe zur Gemeinde hat mich immer wieder, auch nach Rückschlägen und Enttäuschungen, neu motiviert, in Treue und Freude meine Aufgaben zu erfüllen.“ Er habe immer das Anliegen gehabt, Konflikte aufzuarbeiten und mit jedermann Frieden zu halten. Gerade dann, wenn man als Gemeindeleiter unbewusst durch sein Verhalten oder durch Worte Menschen verletzt habe, gelte es, dies offen anzusprechen und aufzuarbeiten.

Bewahren nur durch Erneuern
Die Brüdergemeinde habe sich in ihrer fast 200 Jahre alten Geschichte immer wieder die Frage stellen müssen, wie sie ihren geistlichen und diakonischen Aufgaben in Zukunft gerecht werden könne. Hier war in seiner Amtszeit für Messner ein Satz des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, maßgeblich: „Wer bewahren will, muss erneuern.“ So habe man sich in einer Zeit, in der die Landwirtschaft der Brüdergemeinde tief in roten Zahlen war, darüber Gedanken machen müssen, wie es weitergehen könne. Manche hätten damals ganz aufgeben wollen, so Messner. Doch dann habe es neue Möglichkeiten gegeben, die man beherzt angepackt habe. Heute bringe sich die Landwirtschaft in zwei zeitgemäße Projekte ein: Seit 2005 in eine Biogasanlage, die mit Energiepflanzen Strom erzeugt, sowie in den Schulbauernhof Zukunftsfelder, der zur Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde gehört. Hier wird Schulklassen, die eine Woche auf dem Hof leben und arbeiten, der Wert der Schöpfung vermittelt indem sie selbst Tiere versorgen und Lebensmittel herstellen.

Diakonie ist die Tochter der Gemeinde, nicht umgekehrt

2004 hatte die Brüdergemeinde zudem ihre vorher in eigenen Vereinen organisierten diakonischen Einrichtungen unter das Dach einer gemeinnützigen GmbH vereint, weil sie sich nicht von der Gemeinde lösen sollten. „Diakonie entsteht aus der Gemeinde, die Gemeinde ist also die Mutter, Diakonie die Tochter und nicht umgekehrt“, so Messner. Auf diese Weise sei es gelungen, die Einrichtungen zu modernisieren und fit zu machen für den Wettbewerb auf dem diakonischen Markt.

Wann hört eine Gemeinde auf, christlich zu sein?

Wie Messner weiter sagte, teile er die Auffassung von Professor George W. Peters, des Gründers der Freien Hochschule für Mission (FHM), der heutigen Korntaler Akademie für Weltmission (AWM), dass der Mission der erste Platz in einer Gemeinde zukomme. Eine Gemeinde, so hatte Peters gesagt, die dies nicht erkenne, versäume es, sich mit dem vorrangingen Ziel Gottes zu identifizieren und betrüge die Welt um die größten Segnungen, die Jesus in seiner Gnade bereithalte. Peters weiter: „Eine solche Gemeinde hört auf, wahrlich christlich zu sein.“ Messner zeigte sich davon überzeugt, dass eine christliche Gemeinde, die Mission treibe und diese unterstütze, am weltweiten Bau der Gemeinde Jesu mitarbeite. Die Brüdergemeinde habe nach diesem Prinzip gehandelt und der späteren AWM 1984 geholfen, sich in Korntal anzusiedeln. 2007 wurde die Brüdergemeinde sogar Gesellschafterin der AWM. Mittlerweile begleiten Gemeindeglieder 15 Missionarinnen und Missionare in aller Welt in so genannten Kernteams. Auch im Orientierungsjahr, einem Berufsfindungsjahr in der Brüdergemeinde, gibt es missionarische In- und Auslandseinsätze für junge Christen.

Andersen: „Ein gut bestelltes Haus“

Klaus Andersen bedankte sich bei Dieter Messner für dessen großen Einsatz für die Brüdergemeinde. „Es gibt viele gute Gründe dafür, in Kontinuität und Verlässlichkeit an diesem Werk weiterzuarbeiten“, sagte er. Er werde dafür eintreten, dass die Brüdergemeinde eine biblisch-orientierte Gemeinde bleibe, dass sie weiterhin diakonische Angebote mache, dass sie eine Gemeinde für alle Generationen bleibe und dass sie offen und einladend wirke. Im gegenläufigen Trend zur Landeskirche hat die Zahl der freiwilligen Mitglieder in der Brüdergemeinde in den letzten 20 Jahren um rund 20 Prozent zugenommen. „Ich übernehme ein bestelltes Haus“, so Andersen.

Das Werk der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal
Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal hat neben dem Weltlichen auch einen Geistlichen Vorsteher. Dieses Amt wird von Pfarrer Jochen Hägele ausgeübt. Für beide Vorsteher beträgt die Amtszeit 10 Jahre. Der Weltliche Vorsteher steht dem Brüdergemeinderat, dem obersten Leitungsgremium der Gemeinde, sowie dem Diakonierat vor. Er ist verantwortlich für die wirtschaftlichen, rechtlichen und verwaltungstechnischen Belange der Evangelischen Brüdergemeinde, ihrer Diakonie sowie ihrer Wirtschaftsbetriebe. Zur Diakonie gehören Kindergärten, ein Alten- und ein Familienzentrum, drei Jugendhilfeeinrichtungen, zwei Schulen und der Schulbauernhof Zukunftsfelder. Innerhalb der Gemeindearbeit engagiert sich die Brüdergemeinde für internationale Mitbürger, für junge Schulabgänger im Orientierungsjahr sowie mit helpline Korntal für Menschen in Not und Krisen.