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27.06.2016 15:33

Korntal verliert einen Gestalter mit einem großen Herz für die Menschen

Dieter Messner, ehemaliger Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde, ist im Alter von 69 Jahren verstorben


Dieter Messner (1947-2016)


K o r n t a l / 27. Juni 2016 – Das Werk der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal trauert um seinen langjährigen Vorsteher, den ehemaligen Notar von Korntal, Dieter Messner, der am Sonntag, 26. Juni nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Klaus Andersen, Nachfolger im Amt des Vorstehers, reagierte „in tiefer Betroffenheit und schmerzhafter Trauer“ auf diese Nachricht: „Dieter Messner war ein Visionär mit langem Atem, der seine Ziele kreativ verfolgte und Menschen überzeugend gewinnen konnte. Wir verlieren einen brillanten Netzwerker für unser Werk und einen intimen Kenner der pietistisch-kirchlichen Szene. Dieter Messner hat aus seiner Kenntnis der Brüdergemeinde-Geschichte heraus einen verantwortlichen Blick in Gegenwart und Zukunft entwickelt. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt hat er das Brüdergemeinde-Werk fest im Gemeinwesen verankert. Persönlich verliere ich als sein Nachfolger einen engen Glaubensbruder und konstruktiven Berater.“

Michael Wanner: „Zur Ehre Gottes“
Pfarrer Michael Wanner (Hohenhaslach) bildete 18 Jahre lang bis 2009 mit Dieter Messner ein Vorsteher-Duo: „Dieter Messner war ein Visionär, dem zahlreiche Ideen und Inspirationen geschenkt wurden. Die Quelle dafür war für ihn das Lesen der Heiligen Schrift und die Gebetsmeditation in der Stille vor Gott. Aus diesen Ideen und Inspirationen ergaben sich Ziele und Taten, die Dieter Messner zusammen mit den leitenden Gremien der Brüdergemeinde umsetzte. Immer war ihm bei der Verwirklichung von Projekten und Vorhaben wichtig, dass alles, was davon umgesetzt werden konnte, niemals der eigenen Ehre, sondern allein der Ehre Gottes und dem Wohl der Menschen diente.“

Dr. Andreas Löw: „Umsichtiger und weiser Gesprächspartner“
Der frühere geschäftsführende Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Korntal, Dr. Andreas Löw, schrieb in seinem Nachruf: „Seine Gabe zuzuhören und unterschiedliche Positionen wenn möglich zusammenzuführen, seine große Fähigkeit, Rechts-, Organisations- und Finanzierungsstrukturen zu durchdenken und wenn möglich effektiv und nachhaltig neu zu formen, sein verbindliches und tief geistlich geprägtes Auftreten haben mich immer sehr beeindruckt. In Christus verbunden habe ich Dieter Messner in meiner Zeit als geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Korntal und heute als leitender Pfarrer der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal über alle Gemeindegrenzen und Grenzen unserer diakonischen Einrichtungen hinweg als umsichtigen und weisen Gesprächspartner, als klugen und väterlichen Ratgeber sowie als verlässlichen diakonischen Mitstreiter und Mitbeter kennenlernen dürfen. Unsere Schwesternschaft und ich persönlich verdanken ihm viel.“

Traugott Hopp: „Verbunden mit der internationalen Gemeinde“
Auch Traugott Hopp, Rektor der Korntaler Akademie für Weltmission, deren zweiter Beiratsvorsitzender Dieter Messner im Ruhestand war, erinnert sich an eine prägende Persönlichkeit: „Dieter Messner suchte die Verbindung der Korntaler Brüdergemeinde mit der internationalen Gemeinde. Ein Weg dazu war für ihn die enge Kooperation mit der Akademie für Weltmission. Als Mitgesellschafter der AWM übernahm die Brüdergemeinde 2007 Verantwortung für diese Einrichtung, die aus Korntal heraus ihre Wirkung ‚in alle Welt‘ entfalten kann.“ Hopp weiter: „Egal ob privat, im beruflichen oder gesellschaftlichen Kontext – er war zugewandt, an seinem Gegenüber ehrlich interessiert, bereit zu verbinden. Längst vor der Zeit des ‚Networking‘ hat er Menschen und Aufgaben, Menschen und Institutionen, Menschen und Mitmenschen miteinander verbunden. Sein Namens-, Sach- und Beziehungsgedächtnis erschien unerschöpflich – und immer auf den Punkt aktuell.“

Dr. Joachim Wolf: „Ein großes Vorbild“
Der Bürgermeister von Korntal-Münchingen, Dr. Joachim Wolf, sagte: „Der ausgleichenden, vermittelnden Art von Dieter Messner ist es maßgeblich zu verdanken, dass die christlichen Gemeinschaften unserer Stadt in den vergangenen Jahren mehr und mehr zusammenwachsen konnten. Sein Vermögen, Brücken zu bauen, hat auch zwischen Stadtverwaltung und Evangelischer Brüdergemeinde an vielen Stellen zum Besten der Stadt Früchte getragen, beispielsweise auf dem Feld der Altenpflege oder der Kindergärten. Aus seiner christlichen Überzeugung heraus hat Dieter Messner an das Gute im Menschen geglaubt. Diese Haltung ist mir persönlich und darüber hinaus auch nicht wenigen politischen Verantwortlichen in unserer Stadt zum großen Vorbild geworden.“

20 Jahre „Weltlicher Vorsteher“
Dieter Messner wurde 1947 in Trossingen geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Notar und wurde nach einer fünfjährigen Zwischenstation im Justizministerium in Stuttgart 1979 zum Notar in Ludwigsburg ernannt. Von 1995 bis 2012 war er Notar in Korntal. Bereits 1974 nach Korntal übergesiedelt wurde er 1978 erstmals in den Brüdergemeinderat gewählt. Von 1991 bis 2011 war er „Weltlicher Vorsteher“ und in dieser Funktion vor allem für die rechtlichen und wirtschaftlichen Belange des Werks zuständig. Für dieses Ehrenamt setzte er sich in ungezählten Stunden, großem Sachverstand und viel Energie neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit ein. In seiner Amtszeit gelangen ihm wichtige Reformen und die Umsetzung neuer, innovativer Initiativen in Gemeinde und Diakonie. An dieser Stelle seien nur einige wichtige Meilensteine der Ära Messner genannt:

Meilensteine der Ära Messner
1994, kurz nach Amtsantritt, wurde das Altenzentrum Korntal an der Friederichstraße eingeweiht, 1995 der Saalgarten umgestaltet. Im Jahre 2000 ordnete man das Verhältnis zwischen Brüdergemeinde und evangelischer Kirchengemeinde Korntal neu: Die Brüdergemeinde, bislang für „Korntal-Ost“ als Kirchengemeinde zuständig, ist seitdem eine mit der Landeskirche vertraglich verbundene Personalgemeinde, in der evangelische Christen aus Korntal und darüber hinaus freiwillig Mitglied werden können, ohne ihr Wahlrecht zur Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zu verlieren. 2002 kam ein neuer Arbeitszweig der Brüdergemeinde mit dem Orientierungsjahr, dem Berufsbildungsjahr für deutsche Schulabgänger aus dem In- und Ausland, hinzu. 2004 erfolgte die organisatorische Neufassung der diakonischen Einrichtungen der Brüdergemeinde in einer gemeinnützigen GmbH. Ende 2005 wurde die BioEnergie Korntal gegründet, die als erster Anbieter im Landkreis Ludwigsburg Strom aus Biomasse in das öffentliche Netz einspeiste. Im gleichen Jahr startete ein weiterer Arbeitszweig mit „helpline Korntal“, einem Netzwerk engagierter Bürger. Schließlich wurde 2011 der Schulbauernhof Zukunftsfelder in Betrieb genommen, der zur Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde gehört.

„Suchet der Stadt bestes“ (Jeremia 29,7)
Für Dieter Messner stand immer fest, dass die Brüdergemeinde als Gründerin der Kommune und als engagierte Gemeinschaft von Christen ihren Platz mitten in Korntal behalten müsse, was nicht zuletzt am Bau des Gemeindezentrums am Saalplatz, dem historischen Herz der Stadt, abzulesen ist. Messner selbst nannte es ein „Jahrhundertwerk“. Das Haus ging 2010 in Betrieb. Aus dieser Maßgabe resultierte für ihn zudem der Auftrag, Verantwortung für die Stadt und ihre Menschen, unabhängig von der Zugehörigkeit zur Brüdergemeinde, sozialem Stand und Nationalität nach dem biblischen Auftrag „Suchet der Stadt bestes“ aus Jeremia 29,7 zu übernehmen. Dies spiegelte sich wider zum einen im vielfältigen sozial-diakonischen Engagement der Brüdergemeinde während seiner Amtszeit, beispielsweise in der Errichtung des Familienzentrums an der Wilhelmsstraße 2004 und der Arbeit für ausländische Mitbürger, Migranten und Flüchtlinge. Zum anderen machte sich die Brüdergemeinde ebenso stark für die Sanierung des Saalplatzes, für die Messner Financiers und zusammen mit der Stadt eine solide vertragliche Vereinbarung ausarbeitete. Mit dem Bürgermeister und den Spitzen der Stadtverwaltung initiierte er einen „Runden Tisch“, an dem sich Korntal-Münchingen und die Brüdergemeinde als Sozialpartner regelmäßig über wichtige Themen austauschen.

Der „Korntal-Münchinger Wald“ als Projekt der Aussöhnung
Als Christ und als deutscher Staatsbürger trat Dieter Messner für die Aussöhnung mit Israel, dem biblischen Volk Gottes, ein. Auf seine Initiative hin wurde 1998 der „Korntal-Münchinger Wald“ innerhalb des „Waldes der deutschen Länder“ in der Wüste Beerscheba angepflanzt. Dieter Messner hatte zusammen mit dem damaligen Bürgermeister von Korntal-Münchingen, Peter Stritzelberger, die Bürger der Stadt zu Baumspenden aufgerufen. Im Korntaler Saalgarten erinnert heute ein Gedenkstein an dieses aufsehenerregende Projekt, das helfen sollte, die Wüste fruchtbar zu machen. Zusammen mit dem damaligen Pfarrer der Brüdergemeinde, Michael Wanner, hatte er zudem Ende der 1990er Jahre einen Israelladen am Saalplatz gegründet, der bis zum heutigen Tag Produkte aus dem Heiligen Land durch ehrenamtliche Verkäuferinnen vertreibt. Der Erlös des Ladens kommt sozialen Projekten in Israel und der Arbeit mit Holocaust-Opfern zugute.

 

Gesuchter und hochgeschätzter Ratgeber bis zuletzt
Bis kurz vor seinem Tod war Dieter Messner ein von vielen Personen und christlichen Werken gesuchter und hochgeschätzter Ratgeber. Ein großes Engagement zeigte er bis zuletzt in zahlreichen Stiftungen, die er als Notar maßgeblich begleitet hatte oder in deren Vorstand er war.

Klaus Andersen: „Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal gedenkt in großer Dankbarkeit ihres ehemaligen Vorstehers und wird Dieter Messner stets ein ehrendes Andenken bewahren. In Gedanken und Gebeten sind wir bei seiner Frau Dorothea, bei den erwachsenen Söhnen und seiner Tochter sowie den Angehörigen und Enkelkindern.“