12.07.2016 16:34

Interkulturelle Kompetenz gehört im Orientierungsjahr zum Persönlichkeitsprofil

Alle 21 Absolventen des Berufsfindungsjahres der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal haben zudem einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz erhalten


Der Jahrgang 2015/16 des Orientierungsjahres bei der feierlichen Verabschiedung mit allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Begleitern im Gemeindezentrum der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Foto: Bernhard Weichel)


K o r n t a l / 12. Juli 2016 – Die Vermittlung interkultureller Kompetenz wird immer mehr zum Markenzeichen des Orientierungsjahres der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal. Für die Teilnehmer bedeute dies eine wesentliche Stärkung ihres Persönlichkeitsprofils, sagte der Leiter des Orientierungsjahres, Andy Messner, bei der Verabschiedung des Jahrgangs 2015/16 in Korntal. Während dieses Berufsfindungsjahres leben junge Erwachsene aus Deutschland mit jungen Deutschen zusammen, die bis zu ihrem Schulabschluss im Ausland aufgewachsen sind. Diese unterschiedlichen kulturellen Prägungen und ihre konkreten Auswirkungen im Alltag förderten Verständnis und Toleranz und erweiterten den Horizont des Einzelnen, so Messner. Dazu kämen immer mehr Orientierungsjahr-Einsätze unter Flüchtlingen in Deutschland. „Diese Einsätze helfen, Hemmungen im Umgang mit Ausländern abzubauen und sprachliche Barrieren leichter zu überwinden“, so Messner. Zum 10-monatigen Orientierungsjahr gehören Berufspraktika, eine Bibelschule, lebenspraktischer Unterricht, gemeinsames Leben in Männer- und Frauen-Wohngemeinschaften sowie Hilfseinsätze im In- und Ausland.

Internationalität ist Aushängeschild des Orientierungsjahres
Gerade die Kinder von im Ausland lebenden Deutschen machten die Besonderheit des Orientierungsjahres aus, unterstrich Andy Messner. „Diese so genannten ‚Third Culture Kids‘ (zu Deutsch „Drittkulturkinder“) haben einen ganz besonderen Blick auf die deutsche Kultur. Ihre Internationalität ist eine Bereicherung für alle Ojahrler, und gleichzeitig helfen ihnen die einheimischen Teilnehmer, sich in die deutsche Kultur zu integrieren“, sagte er. „Während der Einsätze des Orientierungsjahres an Schulen, in christlichen Gemeinden und bei sozial-diakonischen Projekten haben unsere Teilnehmer so einen wesentlichen Vorteil, denn wer weniger Berührungsängste mit fremden Kulturen und anderen Sprachen hat, ist anpassungsfähiger und wird mit Fremden schneller warm. Auch im Beruf ist das später ein großer Pluspunkt.“

Vom Lehrer bis zur Kulturwissenschaftlerin
Von den 21 Teilnehmern des Jahrgangs 2015/16 des Korntaler Orientierungsjahres haben alle einen Ausbildungsvertrag oder einen Studienplatz erhalten. Dabei sind angehende Grundschullehrer, Industriemechaniker, eine Köchin, Physiologen, KFZ-Mechatroniker, Musiker, Studenten der internationalen Betriebswirtschaft, der Kulturwissenschaft und Theologie sowie Ernährungsmanager. Während ihrer sozial-diakonischen Einsätze haben die Ojahrler beispielsweise im hessischen Haiger und in Beutin in Mecklenburg-Vorpommern neben der Arbeit mit Flüchtlingen beim Religionsunterricht an Schulen geholfen, Kinder- und Jugendwochen veranstaltet und Gebäude instand gesetzt. Erstmals ging der Auslandseinsatz nach Israel und ins Westjordanland. Rund 60 Prozent der Teilnehmer eines Jahrgangs sind mittlerweile „Third Culture Kids“, also Kinder von Eltern, die ihre Schulzeit im Ausland verbracht haben, ihre Ausbildung aber in Deutschland fortsetzen möchten. Mehr zum Orientierungsjahr Korntal unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.orientierungsjahr.de.