29.11.2016 14:20

Wo die Liebe zum Heiligen Land mit allen Sinnen erlebt werden kann

Der Geschenkeladen „Shalom al Israel“ feierte seinen 20sten Geburtstag – bislang 116.000 Euro gespendet


Reiches Warenangebot aus einem vielfältigen Land im Israelladen Korntal (Foto: Chris Riekert)


K o r n t a l / 29. November 2016 – Schon die Zahlen sind beeindruckend: Seit nunmehr 20 Jahren besteht eine Korntaler Einrichtung, die zunächst als Idee, als eine Art Souvenir von einer Reise mitgebracht worden war. Anfang November 1996 war eine Gruppe der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal nach Israel aufgebrochen. Fasziniert von Land und Leuten kehrten die Reisenden zurück und fragten sich, wie sie ihre Begeisterung praktisch umsetzen könnten. Die Lösung: Noch im gleichen Monat, am 30. November, eröffnete ein besonderer Geschenkeladen, der „Israelladen“ am Korntaler Saalplatz. Seine Mission war fest umrissen: Der Verkauf von Waren aus dem Heiligen Land sollte die besondere Verbundenheit der Korntaler Christen mit dem biblischen Volk Gottes zum Ausdruck bringen. Der Erlös der ehrenamtlichen Arbeit wird seither gespendet – ebenfalls nach Israel oder an mit Israel verbundene Einzelpersonen. In 20 Jahren „Shalom al Israel“ (übersetzt: „Friede für Israel“) sind auf diese Weise 116.000 Euro Spenden an etwa 60 Empfänger weitergeleitet worden.

Zwei Tonnen Datteln
Die Regale des rund 30 Quadratmeter kleinen Ladens im Erdgeschoss des Verwaltungsamts der Brüdergemeinde direkt am Saalplatz sind bunt und eng gefüllt: Weine von den Hängen des Golan-Gebirges, Fruchtsäfte, große Obstkörbe mit stattlichen Granatäpfeln, Orangen, Grapefruits, Pomelos, Mandarinen und natürlich die beliebten Datteln, die so süß schmecken und dabei gar nicht dick machen. Schier unglaubliche zwei Tonnen wurden von diesem Obstschlager bislang verkauft. Aus dem Land, „darin Milch und Honig fließt“ – wie es in der Bibel heißt (2. Mose 3,8) – gibt es neben dem beliebten Brotaufstrich auch Tees und Olivenöl. In einer weiteren Ecke werden Kosmetika angeboten, Badesalz vom Toten Meer, exklusive Körperpflegeprodukte, Seife. Es gibt Bücher aus und über Israel – auch auf Hebräisch –, jüdische Musik und Fotokalender sowie Schnitzereien aus Bethlehem. In diesem Laden wird die Liebe zum Heiligen Land mit allen Sinnen erlebbar.

Versöhnungsarbeit und praktische Hilfe
Vom ersten Team mit 12 ehrenamtlich tätigen Frauen und einem Mann sind heute noch zehn dabei. Zusammen mit ihrem „Nachwuchs“ sind sie längst Expertinnen in Sachen „Produkte aus Israel“ geworden. Das eingenommene Geld wird nach Abzug der Kosten als Spende an Herzensprojekte des Israelladen-Teams weitergegeben. So unterstützte man bereits einen Holocaust-Überlebenden, der in Deutschland wohnte und sich noch nicht einmal einen Anzug leisten konnte. In Israel wird ein besonderer Kindergarten gefördert: „Little Hearts“ sind jüdische, arabische und christliche Kleinkinder, die miteinander aufwachsen. Und mit dem „Beit Haggai Youth Village“ wird ein Projekt orthodoxer Juden unterstützt, das schwierige Jugendliche auf ein eigenständiges Leben vorbereitet.

„Friede für Israel“
Der Israelladen hat für die Korntaler Christen aber auch eine geistliche Dimension, die sie aus der Bibel ableiten. Die Korntaler sind sich bewusst, dass das Christentum aus dem Judentum entstammt und haben sich bei der Namensgebung ihres Ladens auf den Psalm 125 bezogen, in dem es heißt: „Friede sei über Israel“. „Mit dem Laden wollten wir Israel Frieden wünschen, indem wir Gutes über dieses Land reden und so aktiv Frieden stiften“, sagt Michael Wanner, der ehemalige Pfarrer der Brüdergemeinde, der die Idee dazu hatte. Im Auge hatten die Korntaler bei der Gründung des Ladens 1996 auch den Holocaust und ihre besondere Verantwortung als Deutsche für Israel. Auch heute, so sind sie überzeugt, braucht Israel den Frieden mehr denn je. Sie leiden darunter, wie Israel als Ganzes oftmals schlechtgeredet und seine Produkte boykottiert werden. Sie möchten eine Gegenbewegung sein – ohne Politik zu machen. Viele Leute, die erstmals den Laden betreten, fragen nach seiner Motivation. Es kommt zu Gesprächen – mit Christen, Nichtreligiösen und mit Juden. Die Frauen des Israelladens verweisen dann stets auf den Gott der Bibel als den, der Frieden gemacht hat zwischen Menschen und der auch Frieden zwischen Völkern machen kann.

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