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Gemeindearbeit
 
 
 

Von: Andy Messner
03.12.2017 09:45

Thema: "Der große König - David und Jesus."

(1.Advent) 2.Samuel 7, 12-16 29/17


Liebe Gemeinde,

in genau drei Wochen feiern wir erneut die Ankunft des Sohnes Gottes hier auf Erden: Weihnachten! Um uns auf dieses Kommen Jesu auszurichten, heißt auch unsere neue Predigtreihe „Er wird kommen“. Schließlich heißt Advent: Ankunft. Damals die Ankunft vor 2000 Jahren, aber auch die Zweite, die Zukünftige - noch ausstehende - Ankunft unseres Herrn.

In den kommenden Sonntagen wollen wir uns auf Spurensuche begeben und im AT nach Hinweisen auf Jesus Christus Ausschau halten. Wir wollen entdecken, wie uns Jesus – der Messias – in Jesaja als der große Prophet, bei Mose als der große Befreier und bei David als der große König vorausgesagt wird. Und genau damit – mit der Thematik des großen Königs – wollen wir heute beginnen.

David der besondere König Israels

Wenn wir einige Jahrzehnte, oder sagen wir Jahrhunderte zurückgehen, wurde mit dem Begriff König noch ganz anders umgegangen. Denn damals war der Begriff König ein „heiliges“ Wort und durfte nicht zu leichtfertig verwendet werden.

Wenn wir allerdings in die Gegenwart schauen, dann hat in unserer heutigen Gesellschaft kaum jemand mehr noch eine Ehrfurcht vor dem Begriff „König“. Dieser muss vielmehr für alles Mögliche herhalten. So spricht man vom „König Fußball“, schaut den Film „König der Löwen“, trinkt ein „König Pilsner“ oder isst bei „Burger King“.

Ich werde manchmal den Eindruck nicht los, dass auch im Kontext der Gemeinde der Begriff „König“ nichts mehr Besonderes ist und meist nur noch in der Kategorie der verschiedenen Würdetitel von Jesus Christus geführt wird. Doch könnte es nicht sein, dass durch die leichtfertige Verwendung des Begriffs König wir vielfach auch nicht mehr die Bedeutung und die Tiefe dessen verstehen, was die Schrift meint, wenn sie sagt, dass Jesus unser König ist? 

Genau deshalb wollen wir heute Morgen neu über den König Jesus nachdenken und uns fragen, was das für uns persönlich bedeutet.

 

Gottes Verheißung an David

An vielen Stellen im AT wird der kommende Messias prophezeit. Bereits kurz nach dem Sündenfall in Genesis 3,15 wird uns eine Person angekündigt, die dem Bösen den Kopf zertreten wird. Einige Kapitel später (Gen 12:3) erfahren wir, dass diese Person Jude sei, die der ganzen Welt Segen bringen und aus dem Stamm Juda kommen würde (Gen 49:10).

Zudem verhieß Gott durch den Propheten Micha, dass der Kommende – wie David – in Betlehem geboren (Mi 5,2) und als Messias aus dem Familienstammbaum Davids zur Welt kommen sollte.

Wer sich also mit Jesus als dem König beschäftigt, kann gar nicht anders als bei David zu beginnen. Nicht nur deshalb, weil David der König Israels schlechthin war, sondern weil ihm wohl die deutlichste Verheißung auf den König Jesus geschenkt wird, die wir im AT finden. Und zwar in 2. Samuel 7,12-16. Dort lesen wir die göttlichen Anweisungen an David, die ihm durch den Propheten Natan übermittelt wurden:

Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schlägen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe. Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor dir, und dein Thron soll ewiglich bestehen.

Zugegebenermaßen ist jeder König besorgt um die Zukunft seines Königreiches. So auch David. Er machte sich seine Gedanken, wie es mit ihm und seinem Sohn Salomo weitergehen sollte. Schließlich war sein Sohn Absalom aus dem Rennen, da er kurz zuvor seinen Vater stürzen wollte. Noch nie hatte es zuvor in der noch jungen Monarchie Israels einen König gegeben, der von seinem eigenen Sohn abgelöst werden sollte. Von daher war es normal, sich viele Gedanken zu machen.

Mit der Verheißung versprach Gott David eine erbliche Monarchie für das Haus Davids (von deinem Leibe kommen). Gott versprach ihm, dass seine Erblinie weitergehen wird und sein Nachkomme Gott ein Haus bauen würde (meinem Namen ein Haus bauen). Gott selbst würde dafür sorgen, dass der Thron für immer errichtet und damit die Dynastie für ewig andauern sollte (darauf deuten die Worte bestätigen, beständig, ewig hin). Und Gott würde Davids Nachfolger wie einen Sohn behandeln, was auf eine besondere Beziehung zu ihm hinweist (Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein).

Und in der Tat wurden diese großen Versprechen in Salomo, dem Sohn Davids, teilweise erfüllt:

1.      Salomo herrschte auf Davids Thron.

2.      Gottes Barmherzigkeit hat sich nie von Salomo entfernt, obwohl er sündigte und sein Ende nicht gerade rühmlich war.

3.      Gott behandelte Salomo wie einen Sohn, was auf eine besondere Beziehung hinweist. In 2. Samuel 12,24 heißt es sogar: „Und der Herr liebte Salomo.“  

4.      Salomo baute Gott ein prächtiges Haus – den salomonischen Tempel.

Die Erfüllung in Jesus, als dem ganz anderen König

Doch auch Salomo beging Fehler und seine Herrschaft endete. Deshalb lässt diese Verheißung Gottes an David erkennen, dass ein noch viel größerer König kommen musste, der diese Verheißung nicht nur teilweise, sondern völlig und ganz erfüllen sollte: Jesus Christus.

1.      Denn auch Jesus Christus regiert als König. Aber im Gegensatz zu Salomo für immer. Bis heute!

2.      Gottes Barmherzigkeit hat sich nie von Jesus Christus entfernt, selbst als er für uns zur Sünde gemacht wurde.

3.      Auch die Beziehung zwischen Gott und seinem Sohn deutet auf eine besondere Beziehung hin. Eine Vater-Sohn-Beziehung. Doch im Gegensatz zu Salomo war Gott nicht nur wie ein Vater zu seinem Sohn, sondern er war sein Vater.

4.      Auch Jesus Christus baut dem Vater ein großartiges Haus (Hebr 3,3-6) und zwar in dem Sinne, dass wir sein Tempel sind (1Petr 2,5). Und das bis heute!

Ist es nicht wunderbar, wie das Versprechen Gottes in Jesus Christus sich erfüllte?

Gottes Verheißungen an David wurden in Jesus Christus vollkommen erfüllt. Der Thron Davids endete zwar 586 v. Chr. mit Zedekiah, dem letzten König Judas, da Juda in die Gefangenschaft geführt wurde. Aber die Linie über David blieb bestehen und brachte fast 600 Jahre später Jesus Christus, den Sohn Gottes, in diese Welt.

Äußerlich deutete zunächst einmal nicht viel auf einen König hin, doch seine Zeichen und Wunder waren in der Tat königlich und so anders. So erfüllte sich eine weitere Prophezeiung in Jesaja 9,5-7:

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.

Genau das war und ist die Aufgabe unseres Königs Jesus Christus ? bis heute! Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens, Friede, Recht und Gerechtigkeit.

Und mit seinem Tod und seiner Auferstehung setzte er der Königsherrschaft nicht nur eine geistliche, sondern auch eine globale Dimension. So ist jeder, der sein Leben ihm anvertraut, Teil der königlichen Familie. Und durch Evangelisation und Mission dehnt sich sein Königreich aus. Denn durch jedes neue königliche Familienmitglied wächst das Königreich.

Mit dieser Dimension sprengte Gott in seinem Sohn alle Vorstellungen von bisherigen Königen: Jesus, der Sohn Davids, der Sohn Gottes, ist der König der Juden, aber auch König der ganzen Welt!

Gott gebrauchte Davids Familie, um den ganz anderen König, den Retter der Menschheit, in diese Welt zu bringen, um diese zu retten! Deshalb feiern wir Advent, um uns immer wieder neu auf die Ankunft des Menschgewordenen Gottes auszurichten. Eben Weihnachten. Aber wir feiern auch Advent, weil er wieder kommen wird, um, am Ende der Zeit, sein Königsreich ganz aufzurichten.

Nachdem wir uns nun dem biblischen Befund gewidmet haben, wollen wir uns im zweiten Teil der Predigt damit beschäftigen und uns fragen, was das für uns persönlich bedeutet. Denn wenn Jesus tatsächlich König ist und du dein Leben ihm anvertraut hast, dann hat das hoffentlich Auswirkungen auf deine Sicht auf ihn und hoffentlich auch auf dich selbst!

Zwei königliche Erinnerungen

Wer sein Leben dem König Jesus anvertraut hat, der gehört zur königlichen Familie. Und wenn du das bist, dann bist du ein Königskind - Kind des Königs. Was für ein Privileg!

Doch staunen wir noch darüber? Oder ist das für uns nur noch ein Wort oder eine Bezeichnung? Du bist Mitglied in der königlichen Familie!

Als Kind Gottes bist du durch Jesus Christus Mitglied in der königlichen Familie! Viele Menschen interessieren sich ja für die Königshäuser Europas und wissen bestens Bescheid: wer wen heiratet, wer demnächst Nachwuchs erwartet oder wer sich derzeit welchem Sozialprojekt widmet.

Es ist schon interessant, dass wir uns vielfach so für die Königshäuser interessieren. Könnte es vielleicht damit zusammenhängen, dass tief in uns ein Wunsch nach einem König schlummert? Eine Sehnsucht, zum königlichen Hof dazu zu gehören? Ich weiß es nicht.

Aber was ich weiß ist folgendes: Du und ich sind bereits jetzt schon Mitglied einer königlichen Familie. Der Königsfamilie schlechthin. Denn wir gehören zum König der Könige. Dem König, der jedes Königshaus in Europa in den Schatten stellt. Dem König, dessen Königreich täglich wächst. Dem König, der eines Tages über die ganze Welt regieren wird. 

Und genau das spricht er dir in 1. Petrus 2,9 zu:

Ihr aber seid das erwählte Volk, das Haus des Königs, die Priesterschaft, das heilige Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr seine machtvollen Taten verkündet. (Neue Genfer Übersetzung)

Falls du es vergessen hast oder es zur Nebensache verkommen ist: Du bist ein privilegiertes Königskind! Denn wie wir eben gelesen haben, sind wir auserwählt, heilig, Gottes Eigentum, berufen, gesegnet u. v. m.

Du hast freien Zugang zum König

Meine Großmutter war eine Person, die ich sehr geschätzt habe und mit der ich viel Zeit verbringen durfte. Da sie fast 103 Jahre alt wurde, konnte sie viel aus ihrem Leben erzählen. Was mich am meisten bewegt hat, waren ihre Geschichten über ihre Begegnungen mit dem letzten württembergischen König, König Wilhelm II.

Da ihr Vater, also mein Urgroßvater, königlicher Hoflieferant war und in regelmäßigen Abständen die Schreibwaren für den König lieferte, trafen meine Großmutter und ihre Geschwister immer wieder auch auf den König. So erzähle sie mir von ihren Verbeugungen, dem Hofknicks, der Anrede „Seine Majestät“ und dem Sicherheitsabstand, der zwischen ihr und dem König herrschen musste.

Doch es geht noch extremer. Wer sich etwas  mit dem thailändischen Königshaus auskennt, weiß, dass man dem König Thailands nur auf dem Boden liegend entgegenrobben darf und ihn nicht ansehen, geschweige denn berühren darf.  

Wie gut, dass unser König ganz anders ist. Wie gut, dass wir aus geistlicher Sicht einen freien Zugang zum König Jesus haben. Auch wenn wir heutzutage neu lernen müssen, welche Bedeutung es hat, dass Jesus mein König ist, so bin ich trotzdem glücklich zu wissen, dass ich ohne Hofknicks, ohne auf dem Boden zu robben und ohne Sicherheitsabstand mich Jesus nähern darf.

Daran erinnert uns Epheser 2,12:

Durch ihn haben wir alle, die wir an ihn glauben, freien Zutritt zu Gott und dürfen zuversichtlich und vertrauensvoll zu ihm kommen. (NGÜ)

Darf ich dich fragen: Bist du dankbar für den freien Zugang zu Gott? Erfüllt uns Dankbarkeit, dass wir derzeit im Gebet ihm alles sagen dürfen und eines Tages sogar von Angesicht zu Angesicht mit ihm reden werden?

Kennst du den König?

Ich möchte diese Predigt abschließen und aus einer aussagestarken Rede von Dr. S. M. Lockridge (1913 – 2000) zitieren. Es war das Jahr 1976, das Jahr in dem ich geboren wurde, als Lockridge, ein afro-amerikanischer Prediger, eine bedeutende Rede in Detroit hielt. Jahrelang setzte er sich für die Bürgerrechtsbewegung in den USA ein. Aber seine in Detroit gehalten Kurzansprache hatte besonders großen Eindruck hinterlassen. Denn seine kraftvolle Botschaft lautete: Jesus ist König der Könige!

Die Bibel sagt, dass mein König – Jesus – König der Juden ist.
Er ist also König von Israel.

Er ist der König der Gerechtigkeit.

Er ist der König aller Zeiten.

Er ist der König des Himmels.

Er ist der König der Herrlichkeit.

Er ist der König der Könige und der Herr der Herren.

Das ist mein König. Ich frage mich, ob du Ihn kennst?

Mein König ist souveräner König

Er ist gleichbleibend stark.

Er ist immer ernst zu nehmen.

Er ist ewig treu.

Er ist in alle Ewigkeit unerschütterlich.

Er ist grenzenlos mächtig.

Er ist unvoreingenommen barmherzig.

Kennst du Ihn?

Er ist Gottes Sohn.

Er ist der Retter der Sünder.

Er ist das Zentrum unserer Zivilisation.

Er ist unvergleichlich.

Er ist ohnegleichen.

Er ist die erhabenste Idee in der Literatur.

Er ist die höchste Persönlichkeit der Philosophie.

Er ist das Wunder unseres Zeitalters.

Er ist der einzige Retter.

Ich frage mich, ob du Ihn wirklich kennst?

Er gibt den Schwachen Kraft.

Er fühlt mit und errettet.

Er liebt und rettet.

Er stärkt und trägt.

Er beschützt und führt.

Er heilt die Kranken.

Er reinigte die Aussätzigen.

Er vergibt Sündern.

Er spricht frei die Schuldigen.

Er befreit Gefangene.

Er verteidigt die Schwachen.

Er segnet die Jugend.

Er dient den Glücklosen.

Er achtet die Alten.

Er belohnt die Tüchtigen.

Er schmückt die Demütigen.

Ich frage mich, ob du Ihn kennst?

Er ist der Schlüssel zu allem Wissen.

Er ist die Quelle aller Weisheit.
Er ist die Türe zur Befreiung.

Er ist der Weg des Friedens.

Er ist die Straße der Gerechtigkeit.

Er ist der Weg zur Heiligkeit.

Er ist das Tor zur Herrlichkeit.

Kennst du Ihn?

Seine Aufgaben sind vielfältig.

Sein Versprechen ist sicher.

Sein Leben ist unvergleichlich.

Seine Güte ist grenzenlos.

Seine Barmherzigkeit währet ewig.

Seine Liebe ist unveränderlich.

Sein Wort reicht vollkommen aus.

Seine Gnade ist ausreichend.

Seine Herrschaft ist gerecht und Sein Joch ist sanft.

Seine Last ist leicht.

Ich wünschte, ich könnte Ihn euch beschreiben.

Er ist unbesiegbar.

Er ist unwiderstehlich.

Er ist unbeschreiblich.

Er ist unbegreiflich.

Du kannst Ihn nicht aus deinen Gedanken verbannen.

Du kannst Ihn nicht aus deinen Taten verbannen.

Du kannst Ihn nicht überleben und du kannst nicht ohne Ihn leben.

Die Pharisäer konnten Ihn nicht ausstehen, aber sie mussten feststellen, dass sie Ihn nicht aufhalten konnten.

Pilatus fand keine Schuld an Ihm.

Herodes konnte Ihn nicht töten.

Der Tod konnte Ihn nicht bezwingen.

Und das Grab konnte Ihn nicht halten.

Das ist mein König!

Ist er auch dein König? Lebst du mit diesem König im Alltag? Im kommenden Advent? Im Hinblick auf seinen zweiten Advent, seiner zweiten Ankunft?                                                                                       Amen.

 

 

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