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Von: Dirk Dühring
06.01.2018 09:45

Thema: "Jahreslosung der Brüdergemeinde."

(Epiphanias) Psalm 95, 7 u. 8 02/18


Liebe Gemeinde,

es gehört zur guten Tradition in der Brüdergemeinde ein Vers aus der Bibel als Jahreslos zu ziehen, das uns in diesem neuen Jahr begleiten soll. Dabei handelt es sich nicht um eine Art christliches Horoskop, das uns irgendwelche Zukunft voraussagen will, sondern Gott will in unsere Situation hineinsprechen, uns ermutigen oder herausfordern.

In diesem Jahr wurden die Verse 7+8 aus Psalm 95 gezogen:

Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet:

Verstocket euer Herz nicht (Ps 95,7b+8a).

Um zu verstehen worum es in diesen Versen geht, wollen wir uns den ganzen Psalm anschauen:

1 Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!

2 Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!

3 Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.

4 Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein.

5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet.

6 Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.

7 Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet:

8 »Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste,

9 wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen.

10 Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen,

11 sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.

1.      Lobpreis statt Unglaube

Wenn wir den Psalm vor uns haben, dann fällt ziemlich schnell auf, dass sieben Verse über Lobpreis und Anbetung sprechen und vier Verse über den Unglauben des Volkes Gottes in der Wüste.

Lobpreis scheint also ein Schlüssel gegen Unglaube zu sein.

Doch wenn wir nur auf unsere Lebenssituationen schauen, dann kann einem manchmal das Lob im Hals stecken bleiben und wir können Zweifel bekommen, dass Gott noch alles unter Kontrolle hat.

Und seien wir realistisch: 2018 wird auch so manche schwere Zeiten, dunkle Täler und Dinge mit sich bringen, die nur schwer einzuordnen sein werden. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nicht durch diese äußeren Umstände leiten lassen, sondern wie in Psalm 95 uns immer wieder Gottes Größe vor Augen malen.

Der Psalmschreiber fordert die Zuhörer zwei Mal auf: Kommt! Es ist eine Einladung, auf die wir willentlich eingehen müssen. Entweder mache ich mich auf, um Gott bewusst zu loben, oder ich bleibe fern in meinem dunklen Tal sitzen und bejammere meine Situation.

Der Autor des Psalms fordert uns auf, Gott zu loben, nicht weil es uns so gut geht, sondern weil Gott gut ist.

Nach jeder Aufforderung beginnt Luther in seiner Übersetzung die Verse mit deinem „denn“. Lasst uns Gott loben,

a.      DENN der Herr ist ein großer Gott

b.      Er ist ein großer König über alle Götter

c.       DENN in seiner Hand sind die Tiefen der Erde

d.      Und die Höhen der Berge sind auch sein

e.      DENN sein ist das Meer

f.        Und er hat’s gemacht und seine Hände haben das Trockene bereitet

Lasst uns Gott anbeten

g.      DENN er ist unser Gott

h.      Wir sind Volk seiner Weide

i.        Und Schafe seiner Weide

Wir bekommen eine neue Perspektive auf unser Leben, indem wir unseren Fokus von Sorgen und Problemen abwenden auf das Wesen unseres Herren, der der große Gott ist, dem nichts unmöglich ist, der der große König über alle Götter ist, der Schöpfer, unser/mein Gott, der Hirte, der mich versorgt.

Und dann können wir unsere neue Identität entdecken, die unser Herr uns schenkt, weil wir zum Volk seiner Weide gehören und vor allem Schafe seiner Herde sind.

„Die Schafe seiner Hand“ heißt es in Vers 7 – wir sind also seine Handaufzucht, behütet, genährt und liebevoll versorgt!

Jesus äußert in Johannes 10: Ich bin der gute Hirte (Vers 14), und dann ein paar Verse weiter: Meine Schafe hören meine Stimme, ich kenne sie, und sie folgen mir (Vers 27).

2.      Gehorsam statt Zweifel

„Sie folgen mir“ – es geht also auch um Gehorsam.

Lobpreis ist mehr als Worte. Wir loben Gott auch in dem wir das tun, was ER sagt.

Im deutschen „Gehorsam“ steckt ja das Wort „Gehör“. Und wer es nicht mehr so gut mit dem Gehör hat, der kann vieles nicht mehr verstehen und einordnen. Deswegen ist Gehorsam so wichtig, auch wenn es heute eher unpopulär ist, gehorsam zu sein.

Es geht also darum, dass wir auf Gottes Stimme hören. Wir müssen ihn zu Wort kommen lassen, sein Wort, die Bibel lesen, danach suchen, was er uns persönlich, aber auch als Gemeinde zu sagen hat.

Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören würdet (Ps 95,7).

Es gibt doch immer so viele Zweifel, warum wir Gottes Stimme nicht hören: haben wir uns etwas eingebildet, kann ER das wirklich von mir/von uns verlangen.

Unser Psalm zeigt auf, dass das Volk Gottes einfach die Wege des Herrn nicht lernen wollte, sie waren lieber auf Irrwegen unterwegs, Wege, die sie sich selbst aussuchten, als der Weg, den der Herr für sie vorgesehen hatte.

Und so ließ sie Gott 40 Jahre durch die Wüste irren, da er zornig über ihren Ungehorsam war.

Die Elberfelder-Bibel übersetzt den 10. Vers sogar so: „40 Jahre empfand ich Ekel vor dieser Generation.“ Ein sehr starkes Bild wird uns da vor Augen gemalt – das Verhalten des sogenannten Gottesvolkes schlägt Gott quasi auf den Magen, so dass er sich vor ihnen ekelt.

Denn anstatt ihm zu vertrauen, ihm zu folgen, ihm gehorsam zu sein und auf seine Stimme zu hören, versuchten und prüften sie ihn, obwohl sie in der Vergangenheit schon erlebt hatten, wie er sie vor den Ägyptern gerettet hatte und in der Wüste mit Essen versorgte.

Umso wichtiger ist für uns in diesem Jahr, auf die Stimme unseres Herrn zu hören, auf das, wie er sich uns vorstellt und wie er uns zeigt, wieviel wir ihm wert sind.

Hört heute auf seine Stimme!

Und dann werden wir weiter aufgefordert: Verstockt/verschließt Eure Herzen nicht.

Es geht im Endeffekt um unser Herz! Jesus sagt in Matthäus 6,21: Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz...

Vertraue ich mich und mein Leben meinem Reichtum an, oder ist mein Halt und mein Leben in den Händen des Herrn?

Wenn wir heute an Herz denken, dann ist es für uns der Ort unserer Gefühle und der Liebe – aber das Herz im Alten Testament galt als der lenkende Mittelpunkt des ganzen Menschen, weniger als wie bei uns der Sitz der Emotionen. Charakter, Persönlichkeit, Wille, Verstand sind moderne Ausdrücke, die alle einen Teil der Bedeutung des Wortes „Herz“ in seinem biblischen Gebrauch widerspiegeln.

Wenn wir über den Gehorsam gegenüber Gottes Wort sprechen, geht es also nicht um unsere Gefühle, ob wir uns gerade danach fühlen. Sondern es geht um eine innere Entscheidung, ihm zu folgen, und das zu tun, was er will.

3.      Gottes Treue statt Unruhe

Der Hebräerbrief im Neuen Testament nimmt in Kapitel 3, Vers 7+8 die Worte unseres Jahresloses auf.

In den Versen davor spricht der Schreiber des Hebräerbriefes über die Treue Jesu: Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus.

Genau dies war ja das Problem, das das Volk Gottes dort in der Wüste hatte: sie zweifelten an der Treue Gottes, an seinem Versprechen, dass er sie ins gelobte Land bringen würde, trotz aller Schwierigkeiten, dass er sie versorgen würde, trotz aller Widrigkeiten.

So landen sie an einem Ort, wo es nichts zu trinken gab (2Mo 17).

Und es gibt ja nichts Unangenehmeres als Durst – fürchterlicher Durst und nichts, um ihn zu löschen.

Deswegen beschweren sie sich bei Mose und klagen ihn an: „Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt?“ Uns ging es doch dort so gut – so schnell hatten sie alle Unterdrückung und Leiden vergessen.

Ja, sie unterstellen der Leitung, sie unterstellen Mose sogar falsche Motive: „Du hast uns hierher gebracht, damit wir, unsere Kinder und unser Vieh, hier verdursten.“

Es schaukelt sich so hoch, dass sie Mose fast steinigen wollten. In seiner Not schreit Mose zum Herren und der beauftragt ihn: „Schlag mit deinem Stab auf den einen Felsen, und Wasser wird herausströmen, damit das Volk trinken kann.“

So wird dann diese Gegend Massa genannt, was Prüfung und Versuchung bedeutet, und Meriba, was übersetzt Hader, Groll, Unmut heißt.

Das Volk schaute nicht mehr auf Gott als ihren Retter und Versorger, sondern nur noch auf die äußeren Umstände und ihre Situation ohne Wasser.

Sie vertrauten der Treue Gottes nicht mehr. Sie machten Gott klein und ihre Probleme groß. Sie hörten nicht mehr auf die Stimme ihres guten Hirten, sondern nur noch auf ihren Durst. Sie bekamen zu trinken, aber Gott ließ sie nicht zu seiner Ruhe kommen (Ps 95,11).

Unser Gehorsam oder Ungehorsam hat Konsequenzen. Mein fehlendes Vertrauen in die Treue Gottes wird mich auf meine eigenen Wege führen, weg von Gottes guten Wegen.

Das Fazit in 2. Mose 17 heißt: Sie hatten den Herrn herausgefordert, indem sie fragten: „Ist der Herr bei uns oder nicht?“

Dahinter steckte doch die Angst: Gott wird mich im Stich lassen, der wird sich beim ersten Problem einfach aus dem Staub machen und mich in meinem Elend sitzen- und zurücklassen.

Aber wie wenig verstanden sie die Wege ihres Herrn.

Das Jahr 2018 mag für uns persönlich und als Gemeinde evtl. auch Durststrecken mit sich bringen, aber wir sollten unser Vertrauen nicht wegwerfen.

Jesus bleibt treu! Der Herr ist und bleibt mitten unter uns, egal was kommen mag.

Er verspricht, dass er uns versorgen, behüten und uns nahe sein wird.

Deswegen können wir zu seiner Ruhe kommen, denn er ist vertrauenswürdig und wir können mutig ins Neue Jahr gehen.

4.      Schluss/Zusammenfassung

1.   Lobpreis statt Unglaube

2.   Gehorsam statt Zweifel

3.   Gottes Treue statt Unruhe

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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