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Von: Pfr. Jochen Hägele
21.01.2018 09:45

Thema: "Kleine Gruppen - große Ausstrahlung."

(Predigtreihe: Gemeinde - das sind wir) Apg. 16, 32-34 04/18


Grundlinien für die Predigt im Gottesdienst im Großen Saal

Gerne für die Hauskreise und eine offene Gesprächsrunde dort verwendbar

Neutestamentliche Beobachtung zum Thema Haus:

1.      Jesus wirkte bewusst in den Häusern  (Jesus geht ins Haus des Petrus und heilt dessen Schwiegermutter Mk 1 => später Hauskirche.
Er predigt im Haus und heilt den Gelähmten Mk 2. Er ist bereit, ins Haus des Hauptmanns Kornelius zu gehen Lk 7. Ist im Haus des Pharisäers Simon Lk 7; ebenso im Haus des Zöllners Zachäus Lk 19).

2.      Sammlungsort der Gemeinde ist in den Häusern 

Apg 2,46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen 47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden (entspricht Apg 5,42).

Apg 10: Kornelius – Petrus legt die Bibel aus im heidnischen Haus.

Apg 12 Und als er (Petrus) sich besonnen hatte, ging er zum Haus Marias, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele beieinander waren und beteten

Apg 20 In Troas:  7 Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht. 8 Und es waren viele Lampen in dem Obergemach, wo wir versammelt waren.

 

 

In den Häusern/Familien lag der Start für die Gemeinde Jesu in Europa

„Mit seinem ganzen Haus“ – Gottes Wort hat Folgen für die Großfamilie. Die Familie ist das erste Missionsfeld:

Apg 16

Lydia   14 Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde.  15 Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.

Gefängnisaufseher 31 Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig! 32 Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren

33 Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen  34 und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

Lydia und der Kerkermeister sind Protagonisten => Bekehrung ganzer Häuser sind im NT keine Ausnahme, sondern der Beginn der Mission. In den Häusern liegt großes Potential für Gemeindeentwicklung und -wachstum.

3.      Hausgemeinde begegnet uns in den paulinischen Briefen als feste und grundlegende Institution der Gemeinde. Als Ort der Versammlung und der Evangelisation. 

Rö 16,3 Grüßt die Priska und den Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus,  4 die für mein Leben ihren Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden unter den Heiden.  5 Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Hause.  (Grußliste Kap 16 noch 3x „aus dem Hause“).

1Kor 16,19 Es grüßen euch vielmals in dem Herrn Aquila und Priska samt der Gemeinde in ihrem Hause (ganz ähnlich Kol 4,15; Phlm 2  => Grüße an die Hausgemeinden).

 

Die Bedeutung des Hauses ist für den Bau der Gemeinde Jesu kaum zu überschätzen. Anfrage an uns heute: Sind wir zu sehr auf Gotteshaus (Gottesdienste) und Gemeindezentrum (Gemeindeveranstaltungen) konzentriert?

Die Familie war eine der Säulen der griechisch-römischen Gesellschaft => Gesellschaftliche Entwicklung bei uns: Bedeutung von Familie mit verlässlichen Strukturen sinkt. Hier hat die Gemeinde Jesu Zeugnischarakter. Hauskreise können Zeichen setzen. Familie, Hausgemeinschaft ist verlässlicher Raum der Geborgenheit.

Große Gemeinde – kleine Gruppen => Hier wird Gemeinde zur konkret erfahrbaren Gemeinschaft. Weltweit zeichnen sich wachsende Gemeinden durch ein funktionierendes System von Hauskreisen aus.

Leben teilen – Bibel teilen – Glauben teilen. Im Hauskreis wird menschliche Nähe gelebt – praktische Hilfe geleistet – intensiver geistlicher Austausch gepflegt => Bibeltexte besprochen; biblische Impulse gesetzt; Übertrag der Bibel in die alltägliche Lebenswelt der Besucher.

Bibelkreise in unserer Gemeinde – und dafür sind wir sehr dankbar: Wöchentlich: Altpietisten (Sonntag)  – Hahner (Sonntag und Donnerstag) – Aidlinger Kreis (Montag) – Gemeindebibelstunde (Dienstag – im Altenzentrum, aber für die ganze Gemeinde). Diese Bibelkreise sind wie die Hauskreise Orte des Vertiefens im Wort und gegenseitigen Stärkens.

 

Logische geistliche Folge: eigentlich braucht jeder seinen Platz im Gottesdienst und ebenso in einer Kleingruppe. Das können auch Dienstgruppen sein, allerdings braucht es auch bei allem gemeinsamen Arbeiten zentral das persönliche geistliche Teilen.

 

Kein Platz für Anonymität – denn Glaube ist nicht anonym:

Wir brauchen die vertrauten Beziehungen. Und wir brauchen ein Netzwerk von Kleingruppen. Hauskreise sind das Rückgrat der Gemeinde – Orte für verbindliche Gemeinschaft und Nachfolge. Kleingruppen gehören zur Strategie gelingender Gemeindeentwicklung!

Aufgabe an unsere Gemeinde – auch wenn z. Zt. die Ressourcen im Gemeindebüro durch Leerstellen begrenzt sind: Wir alle sind gefordert, die Hauskreisarbeit zu stärken und zu intensivieren => Dies kann nicht durch Hauptamtliche allein geschehen.

Ganzheitliche Kleingruppen

Im Hauskreis wird das biblische Hauptwort „einander“ umgesetzt ? und dies bezogen auf das geistliche und auf das natürliche Leben:

Einander dienen (1Ptr 4,10) … einander er-tragen (Eph 4,2) … einander ermahnen (Hebr 10,25) … einander aufbauen (Eph 4,16) … einander vergeben (Kol 3,13) … einander trösten ( 1Thess 4,18) … einander (beständig) lieben (1Joh 4,7) … einander die Sünden bekennen (Jak 5,16) … einander annehmen (Rö 15,7) … füreinander beten (Jak 5,16) … einander mit Demut begegnen (1Pt 5,5) … einander unterordnen (Eph 4,21) … „Damit sind Hauskreise Orte der Fürsorge, Seelsorge und Lehre, wo wir beten, Bibel lesen, dienen, evangelisieren, Gastfreundschaft und Leiten einüben können ? „einer dem anderen“ und „gemeinsam“ (Klaus Brandt).

Mit Hauskreisen kann man rechnen – darf ich euch meine Hauskreisrechnung vorstellen?

1.      Rechenart: Division

ð Hauskreise sind der ideale Nährboden zur Evangelisation! 

Wie leben wir den Hauskreis? Als abgeschlossene, vertraute Gruppe, in der wir uns schon seit Jahren mit den gleichen Besuchern beglücken. Oder als Zelle, die darauf zielt, neue zu gewinnen und sich ab einer bestimmen Größe zu teilen. Hauskreise haben eine besondere Chance zur Zellteilung und damit zur Zellvermehrung.

ð Hauskreise können kleine Lebenswelt-Gemeinden sein. Dort Menschen begegnen, wo sie wohnen und leben. Wo wir das Leben teilen, da fällt es auch leichter, den Glauben zu teilen.

2.      Rechenart: Multiplikation

ð Hauskreise, die ihr Potential einsetzen und vermehrend nach außen wirken.

Im Hauskreis leben wir Glaube miteinander und praktizieren Liebe untereinander. Der Hauskreis kann aber auch Hoffnungszeichen nach außen setzen. Dann dient der Kreis nicht nur den Besuchern, sondern der Umgebung. Vorschlag: Jeder Hauskreis nimmt von Zeit zu Zeit einen der wöchentlichen Abende und setzt ihn für andere ein.

Konkrete Beispiele:

ü  Hoffnungsbringer im Gebet – Ein Hauskreis übernimmt für einige Monate konkrete Gebetspatenschaft für einen Bereich in Gemeinde oder Diakonie (wir informieren uns, wir beten intensiv, wir begleiten).

ü  Hoffnungsbringer in unserem Werk – Ein Hauskreis sucht nach einem konkreten Projekt, in das er sich in diesem Jahr 2018 investiert: Hausaufgabenhilfe, Besuchsdienst, Reinigungs- oder Pflegearbeiten, Arbeitseinsätze in der Gemeinde, …

ü  Hoffnungsbringer im Altenzentrum – Jeder Hauskreis übernimmt im Jahr 2018 einen Sonntag, in dem er statt des Wochentreffens zwischen 15 und 16 Uhr ins AZK geht, dort auf den Stockwerken singt, Bewohner besucht, Freude bereitet. Eine Stunde Zeit, die für die Bewohner kostbar ist. Wir haben fast 50 Hauskreise – damit wäre das AZK jeden Sonntag beschenkt.

ü  Hoffnungsbringer in der Stadt – Welcher Hauskreis überlegt sich, wie er in einer Ehrenamtsaktion unsere Stadt unterstützen kann? Gemäß dem Motto: Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.

Ein Wort an euch Hauskreisleiter: 

Hauskreisleiter sind Schlüsselpersonen in der Gemeinde. Sie wissen, was an der Basis geschieht und sind dabei, wenn Glaube in Menschen wächst. Sie dürfen mit einer Berufung des Heiligen Geistes wirken.

Drei Ermutigungen für euch:

1.      Ihr seid – die ihr vielleicht schon lange euren Dienst tut – vom Heiligen Geist berufen und beauftragt. Unser Herr sieht euren Einsatz. Und wo wir als Gemeinde ihn zu wenig wertgeschätzt haben, da ist es ein Fehler. Ihr seid kostbar!

2.      Habt Acht auf euch selbst (auch Mitarbeiter in der Gemeinde brauchen Fürsorge)!

3.      Habt Acht auf die Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat (euch sind Kostbarkeiten Gottes anvertraut – wunderbare Menschen in eurem Kreis, s. Apg 20,28 Paulus an die Hauskreisleiter in Ephesus).

In der Gemeindeleitung wollen wir in den nächsten Wochen die Neustrukturierung der Hauskreisarbeit vollenden. Noch fehlen uns zwei Mitstreiter, die ein großes Herz für die Hauskreisarbeit haben.

Amen.

 

Herausgeber:

Evang. Brüdergemeinde Korntal, Saalplatz 2, 70825 Korntal-Münchingen

Tel.: 07 11 / 83 98 78 - 0, Fax: 07 11 / 83 98 78 – 90;

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